Die Geschichte des Wohnwagens

Wann genau der erste Wohnwagen gebaut wurde, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Das liegt insbesondere daran, das die Entstehung eine fließende Entwicklung war. Pferdewagen, die primär für den Warentransport eingesetzt wurden, verwendete man immer wieder auch als Übernachtungsmöglichkeit. Insbesondere nichtsesshafte Bevölkerungsgruppen wie die Sinti und Roma, aber auch Handelstreibende und Schausteller begannen irgendwann damit, Fuhrwerke zu bauen, die auch als Behausung dienten.

Von der Pferdekutsche zum Autoanhänger

Die ersten touristisch genutzten Wohnwagen entstanden im späten 19. Jahrhundert und somit etwa zur selben Zeit, als auch der Tourismus als solcher entstand. Vorreiter, sowohl im Tourismus als auch im Wohnwagenbau, war Großbritannien. In den 1880er-Jahren kamen hier die ersten kommerziellen Wohnwagen auf den Markt, die sich nicht schlecht verkauften.

Die ersten Wohnwagen entstanden noch vor der Erfindung des Automobils und wurden von Pferden gezogen. Schon kurz nach dem Aufkommen der Autos wurden aber auch diese als Zugmaschine verwendet. Der Vorteil war klar, denn mit dem Auto musste man keine Pferde füttern und konnte so den Urlaub ungestört genießen.

Der Ursprung einer beliebten Urlaubsart

Zur Jahrhundertwende, also nur rund zwanzig Jahre nachdem die ersten kommerziellen Wohnwagen auf den Markt kamen, bildeten sich die ersten Vereinigungen von Wohnwagenfreunden. Als weltweit erste Vereinigung dieser Art gilt der britische Camping and Caravanning Club, der aus der Association of Cycle Campers hervorging. Exklusiv für Wohnwagenbesitzer war dann der 1907 gegründete Caravan Club, der bis heute besteht.

In den 1920er-Jahren schafften die Wohnwagen den Sprung von den britischen Inseln und gewannen auch in Europa und Nordamerika Beliebtheit. In Deutschland begann die Geschichte des Wohnwagens 1931 mit dem Wohnauto von Arist Dethleffs. Anders als es der Name vermuten lässt, handelte es sich hierbei um einen klassischen Wohnwagen und nicht um ein Wohnmobil. Das erste Wohnauto wurde von Dethleffs für sich und seine Frau gebaut und auch fleißig benutzt. Dabei erzeugte der Anhänger so viel Aufsehen, dass sich Dethleffs dazu entschied, mit dem kommerziellen Bau von Wohnwagen zu beginnen. Dies sollte sich als sehr gute Entscheidung herausstellen, denn noch heute werden unter dem Namen Dethleffs in Deutschland Wohnwagen hergestellt.

Der Siegeszug des Wohnwagens

Der Wohnwagen sollte keine Modeerscheinung bleiben, sondern sich als Reiseform durchsetzen. Die Beliebtheit ist dabei regional verschieden. In seiner Heimat auf den britischen Inseln erfreut sich der Wohnwagen immer noch großer Beliebtheit und ein Großteil der Briten verbringt ihren Sommerurlaub am liebsten im Wohnmobil. Auch in den Niederlanden sind die Wohnwagen sehr verbreitet und so sind im Sommer in ganz Europa Wohnwagen mit gelben Nummernschilder anzutreffen.

Auch in Deutschland ist der Wohnwagen sehr beliebt. Am verbreitetsten sind die Anhänger bis heute im Osten der Republik, denn hier entwickelte sich der Wohnwagen zu DDR-Zeiten zu einem Statussymbol. Entsprechend groß war dort die Nachfrage, die die dortige Wirtschaft in den 1950er-Jahren nicht decken konnte. Heute kann die Industrie mit dem Bedarf mithalten, trotzdem ist die Beliebtheit geblieben.

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